Zukunft von Gestern für Morgen – ein kurzer Rückblick auf den zweiten Teil der Sommerschule am 26./27. Juli 2018 in Bochum

Nachdem Architektur- und Planungsstudierende aus Bergamo, Berlin, Breslau, Wien und aus dem Ruhrgebiet bereits im Mai 2018 an der TU Dortmund zur Nachkriegsmoderne anhand ausgewählter Beispiele gearbeitet und die Region erkundet haben, fand im Juli 2018 der zweite Teil der Sommerschule „Zukunft von Gestern für Morgen“ in der VHS Bochum statt. Dieser Teil war öffentlich und das Programm umfasste Exkursionen, Vorträge, Workshops und eine Ausstellung mit Ergebnissen der studentischen Arbeiten. Das Programm wurde weitgehend von den Studierenden gestaltet und von Kooperationspartnern ergänzt.

Den Auftakt machte am 26. Juli 2018 eine offene Diskussionsrunde zum Thema „Wohnen in Großstrukturen – nur Probleme?“ mit den Gästen Constantin Alexander (Ihme-Zentrum Hannover), Brigitte Karhoff (Wohnbund-Beratung NRW), Rainer Stücker (Mieterverein Dortmund) und Prof. Dr. Christoph Zöpel (Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, ehem. Minister für Stadtentwicklung und Wohnen NRW). Ausgangspunkt war eine studentische Arbeit zum „Großen Hannibal“ in Dortmund-Dorstfeld, einem Komplex aus den 1970er Jahren mit über 420 Wohneinheiten. Im letzten Herbst musste dieser wegen Baumängeln kurzfristig leer gezogen werden und die Studierenden hatten Strategien zur Reaktivierung entwickelt, die in der Runde kontrovers diskutiert wurden.

Am zweiten Tag wurden – trotz tropischer Temperaturen – Exkursionen zur Ruhr-Universität Bochum (RUB) und durch die Bochumer Innenstadt unternommen. Während in der RUB die durchdachten und vielfältig gestalteten Freianlagen als Pendant zu den „Betonklötzen“ im Fokus einer von Dortmunder Studierenden konzipierten Begehung standen, wurde die Innenstadt mit dem Audiowalk „Mythen der Moderne“ (Konzept: Pia Janssen, Ruhrmoderne) erkundet, in dem Geschichten zu Orten der Nachkriegsmoderne erzählt werden.

Zudem führten Studierende Workshops in der VHS Bochum durch: Eine Gruppe forderte zum Weiterdenken des Areals rund um das Ruhrstadion Bochum hin zu einem Sport- und Freizeitpark auf und eine andere Gruppe veranstaltete einen Workshop zur Ideenfindung für eine Art „Museum der Moderne“ im Kontext des Rathausforums Castrop-Rauxel.
Ergänzt wurden diese aktiven Formate von Ausstellungsbeiträgen aus Berlin, Bergamo und Wien im Foyer der VHS Bochum, die sich ebenfalls mit Objekten und Anlagen der Nachkriegsmoderne beschäftigten.

Die Sommerschule „Zukunft von Gestern für Morgen“ ist ein Baustein im Projekt „Big Beautiful Buildings. Als die Zukunft gebaut wurde“ von der TU Dortmund und der Landesinitiative StadtBauKultur NRW im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018.

Veranstalter: TU Dortmund, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung (Prof. Christa Reicher, Yasemin Utku, Elisa Mütherig) in Kooperation mit der VHS Bochum und dem Verein Ruhrmoderne e. V.

Partneruniversitäten: Prof. Jan Kampshoff, TU Berlin | Prof. Christoph Luchsinger, TU Wien | Prof. Izabela Mironowicz, Universität Wroclaw | Prof. Maria Rosa Ronzoni, Universität Bergamo

Text: Yasemin Utku, TU Dortmund/Ruhrmoderne
Fotos: Uwe Grützner, TU Dortmund